Der Eintrag "offcanvas-col1" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col2" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col3" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col4" existiert leider nicht.

Dynamische Beschaffungssysteme
02.12.2019 09:58

Dynamische Beschaffungssysteme – Die elektronischen Warenhäuser der öffentlichen Hand

Bisher haben dynamische Beschaffungssysteme eher ein Schattendasein geführt. Doch dank der Änderung des Verfahrensablaufes, sowie der Verpflichtung zur elektronischen Kommunikation im Oberschwellenbereich im neuen Bundesvergabegesetz, bieten sich neue Chancen und Möglichkeiten. Das dynamische Beschaffungssystem ist längst in den Fokus der Verantwortlichen bei der Auswahl des passenden Vergabeverfahrens gerückt.

e-procurement als Chance nützen

Da durch das BVergG 2018 – mit nur wenigen Ausnahmen – Papierverfahren im Oberschwellenbereich obsolet geworden sind, müssen öffentliche Auftraggeber vermehrt elektronische Vergaben durchführen. Die Verpflichtung zum e-procurement bringt neben den bereits bekannten Vorteilen, wie zB Fristverkürzungen oder die bessere Strukturierung von Vergabeprozessen, die Basis für vollelektronische Vergabeverfahren (wie eben das dynamische Beschaffungssystem) mit sich.

Dynamische Beschaffungssysteme sind ausschließlich auf elektronischem Wege einzurichten und zu betreiben, auch die Kommunikation darf nur elektronisch erfolgen. Beschafft werden Leistungen mit allgemeinen, auf dem Markt verfügbaren Merkmalen (sog „off-the-shelf Produkte“), wie zB Straßenbeleuchtungsmittel, Werbeartikel, Schilder bzw Folien, Automaten oder die Planungs- und Beratungsdienstleistungen.

Dynamische Beschaffungssysteme werden in einem ersten Schritt errichtet (Errichtungsphase) und anschließend laufend betrieben (Betriebsphase). In der Errichtungsphase steht der Aufbau eines Pools an verlässlichen Partnern zur Umsetzung der Beschaffungsvorhaben im Vordergrund. Während dem anschließenden Betrieb werden die benötigten Leistungen – ähnlich einer Rahmenvereinbarung, aber deutlich flexibler – je nach Bedarf individuell abgerufen.

Vorteile gegenüber Rahmenvereinbarungen und anderen Verfahrensarten

Das dynamische Beschaffungssystem kann im Gegensatz zur Rahmenvereinbarung auf unbegrenzte Zeit errichtet werden. Dies bedeutet, dass auch auf etwaige Projektverzögerungen flexibel reagiert werden kann und nicht die Gefahr besteht, aufgrund von Zeitablauf eine neue Ausschreibung starten zu müssen.

Ein weiterer Vorteil des dynamischen Beschaffungssystems besteht in der Durchlässigkeit des Systems: Während bei der Rahmenvereinbarung die Rahmenvereinbarungspartner ab Abschluss der Rahmenvereinbarung feststehen, können bei einem dynamischen Beschaffungssystem interessierte Unternehmen - während dessen Laufzeit - Teilnahmeanträge stellen. Sofern sie die Eignungskriterien erfüllen, sind sie in weiterer Folge bei zukünftigen Abrufen zu berücksichtigen.

Dies führt zum einen zu einem erhöhten Wettbewerb gegenüber der Rahmenvereinbarung, zum anderen können Unternehmen, die die Teilnahme an der Ausschreibung „verpasst“ haben, bzw Unternehmen, bei denen Kapazitäten frei werden, auch später noch Teil der Vergabe werden.

Dem Auftraggeber steht es frei, das errichtete und laufend betriebene dynamische Beschaffungssystem jederzeit einzustellen bzw zu beenden.

Die Vorteile des dynamischen Beschaffungssystems im Vergleich zu einer Rahmenvereinbarung im Überblick:

• Zuschlagskriterien können bei den Abrufen präzisiert werden;
• Es handelt sich um ein durchlässiges System: Nach der Errichtungsphase jederzeitige Möglichkeit einen Teilnahmeantrag zu stellen;
• Unbegrenzte Laufzeit möglich;
• Einfache und sichere Beschaffung von „off-the-shelf“ Produkten;
• Vollelektronische Abwicklung samt lückenloser Dokumentation;
• Steigerung des Wettbewerbsfaktors.
 

Weitere Vorteile für Auftraggeber und Bieter zugleich sind die höhere Effizienz und Flexibilität, welche sich aus der vereinfachten Vergabestruktur des dynamischen Beschaffungssystems ergibt. Diese vereinfachte Teilnahme am Vergabeverfahren macht es auch für KMU und lokale Anbieter attraktiver am Vergabeverfahren teilzunehmen, was wiederum die Diversität der möglichen Bieter für einen Auftrag steigert.

Eine weitere Chance, besonders für KMU und regionale Anbieter, ist die Möglichkeit der Untergliederung des dynamischen Beschaffungssystems in einzelne Kategorien (Waren, Bauleistungen oder Dienstleistungen), welche zusätzlich durch spezifischere Merkmale der vorgesehenen Beschaffung sachlich definiert werden können. Hierzu zählen zum Beispiel der höchstzulässige Umfang der geplanten Einzelaufträge oder das geografische Gebiet, in dem diese ausgeführt werden.

Praxistipp und Blick in die Zukunft

Es sprechen gute Gründe für dynamische Beschaffungssysteme, um als öffentlicher Auftraggeber „off-the-shelf Produkte“ aus dem eigenen elektronischen Warenhaus beziehen zu können. Ist das dynamische Beschaffungssystem erst errichtet, kann mittels individuellen Abrufen die aktuell benötigte Leistung einfach und sicher mittels standardisierten Ausschreibungsunterlagen beschafft werden. Auch können elektronische Auktionen ohne großem Zusatzaufwand in die einzelnen Abrufe implementiert werden, was zusätzlich zu oft wesentlichen Preisreduktionen führt.

Zurück

Copyright 2019 Schiefer Rechtsanwälte GmbH
Diese Website verwendet Google Analytics und Cookies um div. Dienste bereitstellen zu können. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Information
Ich stimme zu!